Luminar 2018 als Lightroom Alternative

By | 14.November. 2017
Artikel aktualisiert am 16.11.2017

Luminar 2018 soll am Mittwoch erscheinen und schon wird es als Lightroom Alternative oder gar Herausforderer betitelt. Dieser Artikel soll klären, wo sich Luminar 2018 einsortiert.

Luminar 2018

Luminar 2018 als Lightroom AlternativeLuminar 2018 ist ein RAW Konverter und soll am Mittwoch erscheinen und ist dann erstmals als Windows Version verfügbar, genauso wie das erst kürzlich vorgestellte Aurora HDR 2018. Bis zu offiziellen Veröffentlichung kann das Tool zu einem reduzierten Preis vorbestellt werden.

Aufgrund der neuesten Änderungen bei Adobe Lightroom CC und Lightroom Classic haben laut Macphum viele Leute angefragt, ob man nicht eine Bildverwaltung integrieren könnte. Das wird natürlich auch durch die folgende Webseite des Herstellers unterstützt.

Luminar 2018 als Lightroom Alternative

Nach dem Erscheinen der neuen Version ist dann für 2018 ein Update mit einer Bildverwaltung als kostenfreies Update vorgesehen.

Windows

Luminar 2018 als Lightroom AlternativeDie Installation auf einem Windows 10 System klappt nach dem Herunterladen problemlos und man kann auch hier, auch wenn Luminar ein standalone RAW Konverter ist, Plugins für Lightroom und Photoshop installieren.

Die Zeit für den Start des Programmes habe ich jetzt nicht gemessen, aber nach dem Start oder aber im Foto öffnen Dialog fragt man sich unweigerlich, ob man nicht Aurora HDR 2018 geöffnet hat. Aussehen der Oberfläche und Anordnung der Elemente ist praktisch identisch.

Das Laden einer RAW Datei ist allerdings relativ zäh, so dauert das mit einem 25MB RAW meiner Canon 5D MK II ca. 12 sec. und man muss für ein Anzeige als Vollbildschirm immer klicken ;-(

Voreinstellung

Nach dem Laden des Bildes präsentiert sich Luminar 2018 fast genauso wie Aurora HDR 2018, man sieht sehr viele Voreinstellungen:

Luminar 2018 als Lightroom Alternative

Wer gerne mit Voreinstellung arbeitet, wird hier sicherlich fündig, und man kann genau wie in Aurora HDR 2018 die Deckkraft angeben, mit der die Voreinstellung über das Bild gelegt wird.

Bildbearbeitung

Auf der rechten finden sich dann alle Filter, die dann die eigentlichen Entwicklungseinstellungen öffnen, wo man seine Sättigung,Klarheit,Kontrast,Belichtung usw. einstellen kann. Es gibt auch einige neue Filter, wie z.B. den AI filter, der recht schnell zu recht guten Resultaten führt. Bei der Anwendung eines Verlaufsfilters konnte ich keine Unterscheide ausmachen, aber lokale Korrekturen (z.B. Dodge&Burn) mit einem Korrekturpinsel erschienen mir etwas schneller verglichen mit Lightroom Classic.

Bei den Einstellungen, die über einen Regler aktiviert werden, gab es jedoch trotz der Ryzen 8-Kern CPU immer die 1 Sekunde, bis die Änderungen im Bild sichtbar wurden.

Luminar 2018 als Lightroom Alternative

Luminar 2018 verfügt genauso wie Aurora HDR 2018 über eine Ebenentechnologie, mit der ich Bearbeitungsebenen ergänzen kann, und dort z.B. selektiv Änderungen vornehmen kann. Allerdings kann ich hier die Datei nicht mit den Ebenen speichern.

LUT

LUT kennt man eigentlich vor allem aus dem Videobereich wo die LUT-Dateien benutzt, dem Video-Clip ein bestimmtes Aussehen (Farbe,Kontrast) zu geben. Luminar 2018 kann nun solche Dateien laden und die Einstellungen auf das Bild anwenden.

Wer in Lightroom gerne mit Presets gearbeitet hat wird hier fündig. Mit einem freien Tool lassen sich die Entwicklungspresets von Lightroom als LUT speichern, so dass man seine Presets nach Liuminar 2018 retten kann.

Bildverwaltung

Die Bildverwaltung mit der Luminar 2018 punkten möchte ist bis jetzt nur in der Planung, obwohl der Hersteller hierzu bereits Screenshots zur Verfügung stellt. Allerdings wird abzuwarten sein, wie diese Bildverwaltung, die dann wohl auch nicht mehr ohne einen vorherigen Import der Fotos auskommt, implmentiert wird.

Luminar 2018 als Lightroom Alternative

Kritikpunkte

Auch wenn man nach einer gewissen Einarbeitung mit Luminar recht schnell zu guten Ergebnisse kommen gibt es leider auch paar ernst zunehmende Kritikpunkte:

  • Das Ergebnis einer Bearbeitung kann nicht z.B. wie in RawTherapee oder Lightroom mit Sidecar Dateien, abgespeichert werden, lediglich ein Export nach Tiff/JPEG möglich
  • Öffne ich eine 2. Datei wird die erste einschl. aller Bearbeitungsschritte ohne Vorwarnungen geschlossen
  • Genau wie in Aurora HDR 2018 ist kein 16-Bit Tiff Export möglich
  • Die Arbeitsbereiche (Workspaces) fehlen genauso wie die Option bei der Vignette den hellsten Punkt beliebig zu platzieren (in den Videos, die wohl mit Mac Geräten erstellt wurden aber zu sehen)
  • Möchte ich ein JPEG in geringerer Auflösung, z.B. nur mit 2000px Kantenlänge, exportieren geht das nicht mit Luminar

Insgesamt habe ich sowieso den Eindruck, als wenn die Windows Version mit sehr heißer Nadel gestrickt wurde, wenn man an den fehlenden 16 Bit Tiff Export sieht oder Optionen, die in den Videos angesprochen werden hier nicht zu finden sind.

Update

Das Fehler der Workspaces in der Windows Version wurde mittlerweile durch Macphun bestätigt und soll im Dezember durch ein update gelöst. Zur 16-Bit Unterstützung in Luminar 2018 und auch in Aurora HDR 2018 gibt es lediglich eine aussage, dass es mit einem Update gelöst werden soll, allerdings wurde bis jetzt kein Zeitpunkt genannt.

Fazit

Insgesamt bleibt ein ungutes Gefühl, und es einfach noch zu viele Mängel vorhanden, die mich nicht zu einer Empfehlung kommen lassen. Man muss natürlich auch sagen, dass es mutig ist, wenn eine Software Firma dem Platzhirsch Paroli bietet. Luminar 2018 ist aus meiner Sicht noch weit entfernt einen Lightroom Ersatz darzustellen. Ich werde mir die Software aber in jedem Fall noch einmal ansehen, sobald auch die Bildverwaltung verfügbar ist.

Wie seht ihr das, ist Luminar 2018 einen Blick wert? Hinterlasst mir doch eure Kommentare und gerne auch Fragen.

ciao tuxoche

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.