Adobe Lightroom und Premiere Pro mit AMD Ryzen 1700x

By | 26.September. 2017
Artikel aktualisiert am 09.10.2017

Im ersten Beitrag hatte ich ja die Komponenten und die grundsätzliche Umrüstung beschrieben. Heute soll es dann um den möglichen Effekt auf Bild- bzw. Videobearbeitung gehen.

Beeindruckend

Adobe Lightroom und Premiere Pro mit AMD Ryzen 1700xWenn der AMD Ryzen 1700x installiert ist, ist es schon beeindruckend zu sehen, wie sich im CPU-Meter Tool nun 16 Threads präsentieren. Ich habe nach der Installation wie beim Upgrade von vor 4 Jahren erst einmal das Zippen von vielen Dateien ausprobiert, allerdings hat man in einer Multitasking Umgebung nicht im Griff, ob da nicht noch andere Task das Ergebnis beeinflussen. Außerdem wurden zwar alle Kerne angesprochen, allerdings auf einem sehr niedrigen Niveau 😉

Das CPU-Meter aus dem 8Gadgetpack benutze ich sehr gerne und habe bis jetzt PCMeter zur Ermittlung der Temperatur benutzt. Das war mit der Intel Xeon CPU auch in Ordnung, auch wenn das Tool nicht weiterentwickelt wird. Jetzt mit der AMD Ryzen funktionierte das natürlich nicht mehr und ich habe deshalb CoreTemp installiert. Hier habe allerdings noch das Problem, dass die hier angezeigten Temperaturen von der Anzeige im BIOS abweichen.

Lightroom CC / Premiere Pro

Adobe Lightroom und Premiere Pro mit AMD Ryzen 1700xLightroom 6 / CC wird ja oft nachgesagt, dass es langsam ist und schlecht skaliert. Das mit dem allgemein schlechten Leistung stimmt ja auch, und Adobe hat dies vor kurzem erstmals offiziell zugegeben.

Die Vorwürfe in Sachen Skalierung kann ich nicht nachvollziehen, denn schließlich stammt der obige Screenshot von einem Lightroom Export, und wie man erkennen kann, werden alle 8 Kerne recht gut und gleichmäßig ausgelastet.

Ich habe zu Vergleichszwecken 325 Aufnahmen aus einer Timelapse Sequenz mit der alten CPU nach JPEG exportiert. Hier hat das alte System mit der Xeon CPU 14:38 min. benötigt. Bei dieser Zeit muss berücksichtigt werden, dass Plugins wie z.B. der Metadata Wrangler ebenfalls nicht unerheblich Zeit benötigen. Mit der neuen Hardware komme ich für den gleichen Export auf 10:38 min.

Beim Rendern eines 4K Videos habe ich leider keine gestoppte Zeit mit dem alten System, aber für das 3 min. Video mit der DJI Mavic lagen die Zeiten für die Ausgabe in 4K bei etwas mehr als 11 Minuten. Mit dem neuen System werden hierfür 7:48 min. benötigt.

Noch mehr Hardware und Alternativen

Adobe Lightroom und Premiere Pro mit AMD Ryzen 1700xNachdem nun das Basis-System aus Mainboard, RAM und CPU ausgetauscht wurde und sehr zufriedenstellende Ergebnisse zeigte, wollte ich einfach alles komplett machen und habe auch meine alte GeForce GTX 650 gegen eine GeForce GTX 1060 mit 6GB VRam ausgetauscht. Dadurch hoffe ich, dass ich dann wieder 4-6 Jahre Ruhe mit einem Hardwaretausch habe 😉

Da ich immer die Original NVidia Treiber installiere war hier kein Wechsel erforderlich und bei Lightroom stand die Karte in den Voreinstellung drin. Da Lightroom die GPU aber nur im Entwicklungsmodul nutzt, war jetzt hier selbst bei umfangreichen lokalen Korrekturen kein Wow Effekt feststellbar.

Bei Adobe Premiere Pro CS6 und After Effects war nach dem Austausch der Grafikkarte die GPU Unterstützung in den Voreinstellung verschwunden. Aber den Effekt kannte ich ja schon von der GTX650 und habe mir deshalb wieder die cuda.bat heruntergeladen. Aber selbst nach der Ausführung des Tools bot Premiere Pro keine Hardware Untersützung an. Ein Blick auf die cuda-supported_cards.txt und die Ausgabe von GPUSniffer haben dann das Problem gelöst. Die Karte stand zwar als GeForce GTX 1060 in der Datei, GPUSniffer ermittelte jedoch als Name der Karte GeForce GTX 1060 6GB 😉

Adobe Lightroom und Premiere Pro mit AMD Ryzen 1700xNach der kleinen manuellen Korrektur war auch die Hardware Cuda Unterstützung in Premiere Pro aktiviert, und ich habe dann einmal testweise das obige kleine Video wieder als 4 K Video exportiert. Premiere Pro hat dann teilweise bis zu 3,9 GB des Grafikspeichers genutzt und es hat sich gelohnt, denn das Video stand nach 5:10 min. zur Verfügung, also knapp 2 1/2 Minuten Zeitersparniss nur durch die Grafikkarte. Auch wenn das eine enorme Verbesserung darstellt, ist aber wichtiger, dass die Bearbeitung durch das Gesamtsystem beschleunigt wurde.

Aber selbst um das noch zu toppen, ich schaue mir seit kurzem DaVince Resolve an, eine Videobearbeitungssoftware, die kostenlos verfügbar ist. Die Bedienung und die Abläufe sind zwar anders und noch bin weit davon entfernt zu wechseln, aber diese Software schafft den Export des Videos in 4K in 2 Minuten !.

Neuinstallation

Nach so viel Aufräumen habe ich natürlich dann auch Windows 10 neu installiert und zwar von einem USB-Stick. Die Installation lief recht zügig und danach waren alle Anwendungsprogramme dran. Ist natürlich mit etwas Aufwand verbunden, aber bei einem solchen Upgrade sollte mann sich diese Mühe antun.

Wenn man dann Adobe Premiere CS6 neu installiert hat, wird man vielleicht enttäuscht sein, denn nach einer Neuinstallation benötigt das Rendern des vorher genannten Videos wieder knapp 14 min :-(, allerdings werden hier die 16 Threads kaum ausgenutzt, die chillen vor sich her. Aber nach einem Update alle Programme aus der Creative Suite ist die Welt wieder in Ordnung, Premiere Pro CS6 nutzt alle Kerne und das fast zu 100%. Und dann erreicht man auch wieder Renderzeiten wie vorher, allerdings komme ich jetzt auf unter 5 min was vielleicht daran liegt, dass ich mittlerweile den Speicher auf 32 GB gebracht.

[UPDATE]

Der Rechner läuft stabil und ich habe mich deshalb getraut, die CPU ganz vorsichtig zu übertakten. Mit einem CPU Takt von 3750 MHz läuft sie auch weiterhin stabil, auch z.B. mit Premiere Pro um dort ein Video zu rendern.

Ich benutze teilweise Handbrake um Tutorial Videos, die mit OBS erstellt wurden,  umzukodieren. Darüber hinaus probiere ich gerade DaVinci Resolve aus. Während die CPU-Auslastung bei Premiere Pro im Mittel bei knapp über 80% liegt, fordern Handbrake und DaVinci doch noch etwas mehr, was dann beim Rendern oder Umkodieren eines Videos regelmäßig und reproduzierbar zum einem Abschalten des PC führte.

Das Runterfahren des CPU Taktes auf den Nennewert von 3,4 GHz hat dieses Problem beseitigt.

Fazit

Um die Frage aus dem ersten Teil zu beantworten, für mich hat sich das Upgrade gelohnt und ich dürfte bei der Entwicklung sicherlich für die nächsten 4-5 Jahre keine Notwendigkeit verspüren, ein neues Upgrade durchzuführen. Und den Schritt zum AMD Ryzen 1700X habe ich ebenfalls nicht bereut.

ciao tuxoche

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