Der Reflecta RPS10M Filmscanner

By | 9.Januar. 2018

Manche von uns haben mit der Fotografie zu den analogen Zeiten angefangen oder entdecken diese Zeiten gerade wieder. Egal ob mit S/W oder Diafilm fotografiert wird, irgendwann muss man den Weg von analog nach digital gehen und hier soll der Reflecta RPS10M Filmscanner helfen.

Die Hardware

Der Reflecta RPS10M FilmscannerIch hatte schon länger vor meine Dias und auch S/W Negative scannen, die zum größten Teil aus den 80’er Jahren stammen und mit einer Minolta SR-T 101 und später mit einer Nikon F2 aufgenommen wurden. Nach entsprechender Recherche u.a. auch auf filmscanner.info habe ich mich für den Reflecta RPS10M entschieden, der preislich im Rahmen liegt. Nikon Scanner sind ja mittlerweile fast unerschwinglich und der Reflecta soll eine gleichwertige Auflösung bieten.

Der Reflecta Scanner kann sowohl Dias als auch Filmstreifen scannen, letzeres war für mich wichtig, da in den Analog-Zeiten alle S/W Filme selbst entwickelt habe. Die Aufbewahrung erfolgt in Filmstreifen mit je 6 Negativen in entsprechenden Schutzhüllen.

Software

Die Original Software CyberViewX des Scanners kommt ja nicht so gut weg, deshalb habe ich mich für ein Bundle mit SilverFast entschieden. Diese Software ist auch an den Scanner gebunden, will man also mehrere Scanner betreiben kann es hier relativ teuer werden. Diese Software wird tatsächlich noch auf einer CD ausgeliefert und natürlich gab es bereits ein Update. Das Update herunterzuladen und zu installieren war zwar nicht das Problem, aber die dauernde Eingabe der alten Seriennummer und dann die Vergabe einer neuen Seriennummer fand ich nicht so benutzerfreundlich.

Erste Ergebnisse

Nach der ersten Einrichtung habe ich natürlich zunächst einmal verschiedene Dias gescannt, u.a. Kodachrome in den berühmten Papprähmchen und Ekatachrome Filme in verschiedenen Rähmchen, wobei ich niemals Glasrähmchen verwendet habe.

Der Reflecta RPS10M Filmscanner

Für einen Vorschau Scan benötigt der Scanner ca. 45 Sekunden und die Erkennung des Rahmens funktioniert gut und zuverlässig. Die Scans wurde alle mit der manuell eingestellten Auflösung von 5.000ppi gescant, was zu Dateigrößen um die 100 MB führt.

Aber hier einmal ein kurzes Video zum Scan-Prozess:

Ein Scan sieht dann ohne weitere Bearbeitung in etwa so aus:

Der Reflecta RPS10M Filmscanner

Erste Überraschung ist, wie doch relativ grobkörnig selbst ein Kodachrome 25 in der 100% Ansicht aussieht. Für den Scann in voller Auflösung benötigt Silverfast ca 2:20 min.

Nach wenigen Anpassungen in Lightroom (oder auch Photoshop) kann das Bild dann so aussehen:

Der Reflecta RPS10M Filmscanner

Einige Parameter, wie etwa Kontrast,Helligkeit oder Sättigung oder Weissabgleich lassen sich auch in SilverFast ändern, ich werde aber bei der Methode bleiben, die Bearbeitung in Lightroom vorzunehmen.  Allerdings hat SilverFast SE einen entscheidenden Nachteil, der Scan wird zwar mit 48-Bit als 16Bit pro Farbkanal durchgeführt, allerdings wird das Resultat lediglich als 8 Bit Tiff abgespeichert, und das schränkt natürlich die Bearbeitung ein, gerade das Aufhellen der Schatten oder Abdunkeln der Lichter.

Multi-Exposure Funktion

Um den Dynamikumfang des gescannten Bildes zu verbessern, bietet der Scanner bzw. die Software die Möglichkeit das Bild in 2 Durchgängen mit unterschiedlichen Belichtungen zu scannen.  Hier einmal ein Vergleich:

Der Reflecta RPS10M Filmscanner

Unabhängig von der anderen Farbigkeit der Resultate, die sich leicht korrigieren lassen, bringt diese Funktion angesichts der 8 Bit Limitierung des Scan Ergebnisses nicht wirklich viel, vor allem wenn man dann die notwendigerweise länger werdende Scan-Zeit in Betracht zieht. Dabei ist noch auffällig, dass bei manchen Motiven diese Mehrfach-Belichtung so aussieht, als wenn die beiden Belichtungen nicht pass genau zusammengefügt werden.

Staubentfernung

Bei Dias, die über Jahre oder gar Jahrzehnte lagern, hat sich mehr oder weniger viel Staub angelagert, selbst wenn die Dias ordnungsgemäß gelagert wurden. Und selbst mit einem neutralen Druckluftspray bekommt man nicht alle Staubanhaftungen entfernt. Das kann dann so aussehen:

Der Reflecta RPS10M Filmscanner

Der Reflecta RPS 10M verfügt über eine Infrarot Stauberkennung. Diese funktioniert überraschend gut, wie an dem Beispiel mit eingeschalteter Stauberkennung sehen kann:

Der Reflecta RPS10M Filmscanner

Der in diesem Beispiel verbliebene Rest kann sehr leicht mit Lightroom oder Photoshop in der Weiterverarbeitung entfernt werden.

S/W Negative

Etwas völlig anderes sind S/W Negative, denn das Negativ muss ja umgekehrt werden und teilweise weisen die Trägerschichten der jeweiligen Filme Tönungen vom bläulichen (eher Kodak) zum bräunlichen (eher Agfa) mit vielen Schattierung auf.

Der Reflecta RPS10M FilmscannerMan kann hier in Silverfast verschiedene Profile für die unterschiedliche S/W Filme einstellen, allerdings sind mir gerade die Kodak Profile (ich habe damals sowohl den Panatomic-X und den Tri-X vor allem als Meterware verwendet) zu bräunlich in den Ergebnissen. Ich habe deshalb ein Generic Profil verwendet.

Das obige Beispiel sieht ja gut aus, aber bei anderen Motiven sind die Ergebnisse recht flau, deshalb war ich nach mehreren Scans nicht wirklich so zufrieden.

Hinzu kommt noch, dass die Infrarot Stauberkennung bei S/W Negativen nicht funktioniert, und man nur die optische Erkennung von Staub (sDRX) zur Verfügung hat.

Exif Daten

Natürlich stehen bei den gescannten Aufnahmen keine Exif-Daten zur Verfügung, bzw. diese sind reduziert auf die Scanner Software und evtl. den Scanner. Allerdings kann man Film-Typ und andere Daten, wie etwa Kamera und Objektiv mit dem schon einmal vorgestellten  LensTagger Plugin in die Lightroom Datenbank einfügen.

Fazit

Die Ergebnisse bis auf das Scannen von S/W Negativen gefallen mir, dass Handling und die Einschränkungen der SilverFast Software jedoch weniger.

Der Reflecta RPS10M Filmscanner

Vor allem die Limitierung auf die 8-Bit Ausgabe finde ich inakzeptabel. Ich müsste bei einem Upgrade erheblich drauflegen, um eine Ausgabe in 16-Bit Tiff zu erreichen.

Bevor ich jetzt mit einem erheblichen Aufwand meine Dias scanne, werde ich sicherlich die Alternative Software Vuescan einmal testen, ob sie nicht bessere Ergebnisse liefert.

ciao tuxoche

 

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