Im Februar 2024 habe ich ja meinn Windows 11 PC komplett erneuert und mit in dem Setup war eine NVIDIA RTX3060 mit 12 GB VRAM. Jetzt war es an der Zeit, hier für ein Upgrade zu sorgen.

Wie vielleicht bekannt sein dürfte, nutze ich sowohl für Lightroom als auch für das Video-Editing mit DaVinci Resolve im Wesentlichen mein MacBook Pro mit einem M4-Pro-Prozessor. Das funktioniert auch soweit gut, obwohl ich bereits in dem Video zum MacBook Pro festgestellt habe, dass das MacBook im direkten Vergleich zu einem Windows-11-PC mit einer i7-14700-CPU ein klein wenig langsamer ist. Das hat mich jedoch im Wesentlichen nicht gestört.
Bis vor ein paar Tagen, als ich das erste Mal mit einem Plugin herumgespielt habe, das im Wesentlichen auf Fusion basiert. Hier musste ich feststellen, dass die Renderzeiten für ein in diesem Fall 27 Minuten langes Video exorbitant hoch waren. Gerade die Sequenzen, in denen dieses Fusion-Plugin verwendet wurde, wurden teilweise nur mit fünf bis sechs Bildern pro Sekunde gerendert. Das führte dazu, dass die Renderzeit für ein 27-minütiges Video zwischen anderthalb und fast zwei Stunden lag.
Hier zeigt sich dann auch der größte Nachteil der Mac-Systeme: Sie sind nicht erweiterbar. Die ursprüngliche Wahl des M4-Prozessors war zwar richtig, aber ich kann jetzt keine Komponenten mehr nachrüsten. Mehr Arbeitsspeicher wäre vielleicht wünschenswert, spielt für die Videobearbeitung jedoch keine entscheidende Rolle. Eine leistungsfähigere Grafikeinheit hingegen wäre durchaus von Vorteil.
Deshalb habe ich mich dazu entschieden, die vor etwas mehr als zwei Jahren in meinem Windows-11-PC verbaute NVIDIA RTX 3060 mit 12 GB VRAM durch eine RTX 5080 zu ersetzen. Alle anderen Komponenten, also die Intel Core i7-14700-CPU sowie 64 GB RAM, sind unverändert geblieben. Insbesondere ein weiteres Aufrüsten des Arbeitsspeichers würde bei den Renderzeiten nur wenig bringen und ist derzeit zudem einfach nicht bezahlbar.

Der Umbau im Fractal-Gehäuse war eigentlich nicht schwierig, aufgrund der Anordnung des Netzteils jedoch etwas fummelig. Außerdem musste ich ein Kabel austauschen, da die RTX 5080 mit dem neuen 12V-2×6-Anschluss betrieben wird. Glücklicherweise unterstützte mein Netzteil diesen Anschluss bereits.
Nach dem ersten erfolgreichen Start konnte ich die neue Kombination ausprobieren und habe zunächst den TFA-Benchmark verwendet, den ich bereits auf YouTube vorgestellt hatte. Anfangs war ich etwas enttäuscht, weil einige Filmclips ebenfalls nur mit ein oder zwei Bildern pro Sekunde gerendert wurden. Insgesamt relativierte sich dieser Eindruck jedoch schnell, denn der gesamte Benchmark wurde in etwa der halben Zeit abgeschlossen. Man muss allerdings berücksichtigen, dass dieser Test extrem GPU-lastig ist.

Bei dem eigentlichen Video, das überhaupt zu dieser Entscheidung geführt hat, konnte ich die Renderzeit auf dem Windows-11-PC von zuvor etwa 17,5 bis 18 Minuten mit der RTX 3060 auf rund sechs Minuten reduzieren. Damit ist das Rendern ungefähr dreimal so schnell geworden.
Dafür zieht sich die Karte bzw. der PC unter Last auch fast 500W aus der Steckdose.

Beobachtet man während des Renderns die Auslastung im Task-Manager, stellt man fest, dass bei solchen Videos – in diesem Fall handelt es sich um Open-Gate-6K-Material – der Videospeicher nahezu vollständig ausgelastet wird. Höchstwahrscheinlich wurde zusätzlich noch intensiv auf den Arbeitsspeicher beziehungsweise die Auslagerungsdatei zurückgegriffen. Das kann ich mit meinen derzeitigen Möglichkeiten allerdings nicht eindeutig nachweisen.
Ich denke, dass ich noch zu einem einigermaßen günstigen Zeitpunkt aufgerüstet habe. Bereits einen Tag später berichteten verschiedene Presseportale, dass NVIDIA seine Partner darüber informiert habe, dass die Preise aufgrund der zunehmenden Knappheit insbesondere für die Modelle der RTX-5000-Serie demnächst steigen werden.

Ich stehe jetzt jedenfalls an dem Punkt, dass ich selbst Videos mit aufwendigen Fusion-Effekten in deutlich kürzerer Zeit rendern kann. Auch das Schneiden läuft spürbar flüssiger. Letzteres lässt sich zwar auch verbessern, indem man beispielsweise die Auflösung der Timeline reduziert oder vorab Proxy-Medien erstellen lässt, die anschließend zum Schneiden verwendet werden.
Trotzdem leisten ein MacBook Pro oder selbst ein MacBook Air beim Videoschnitt hervorragende Arbeit. Man muss sich allerdings der Einschränkungen bewusst sein. Das passende Modell sollte von Anfang an sorgfältig gewählt werden, da spätere Aufrüstungen nicht möglich sind.
Für mich hat sich das Upgrade auf jeden Fall gelohnt, da die Renderzeiten erheblich gesunken sind. Wahrscheinlich werde ich meinen Workflow künftig etwas anpassen: Die Videos werde ich weiterhin auf dem MacBook Pro beziehungsweise MacBook Air schneiden, das finale Rendern und den Upload jedoch auf dem Windows-11-PC durchführen.
