Youtube Video mit 10 Tipps für Macro Anfänger

By | 3.Oktober. 2017

Gestern erschien auf FStoppers, Petapixel und DPreview ein Artikel mit einem Verweis auf ein Youtube Video mit 10 Tipps für Macro Anfänger. Schon aufgrund der Tatsache, dass 3 große Blogs den gleichen Artikel bzw. das gleiche Video erwähnen, ließ mich aufhorchen.

Youtube Video mit 10 Tipps für Macro Anfänger

Bei DPreview erscheint eine komplette Wiederveröffentlichung des Originalartikels , FStoppers veröffentlicht nur eine kurze Zusammenfassung und Petapixel veröffentlicht ebenfalls den Originalartikel. Bei Artikeln über neue Kameras, Objektive usw. habe ich ja Verständniss dafür, dass zunächst einmal die Neuigkeit an sich zählt, und man ist ja dann auf Leaks oder Pressemitteilungen der Hersteller angewiesen. Bei DPreview und Petapixel wurde der Originalartikel veröffentlicht, damit ist auch der Autor des Artikels für den Inhalt verantwortlich, dass aber bei FStoppers recht unkritisch eine Zusammenfassung veröffentlicht wird, halte ich für bedenklich.

Youtube Video mit 10 Tipps für Macro AnfängerKonsequent ist sicherlich die Empfehlung des Autors im Tipp 1 sich nach einem Macro Objektiv mit 90-105mm Brennweite umzusehen, da hier alle Hersteller hinsichtlich der Bildqualität auf einem sehr hohen Niveau liegen und man hier nichts falsch machen kann. Beim Preis geht es dann nur darum, ob man das Objektiv des Kameraherstellers haben möchte oder ob das Objektiv mit einem IS System ausgestattet ist.  Ob man einem Anfänger in Sachen Nah- und Makroaufnahmen nicht doch eher mal als Einstieg einen guten Vorsatzachromaten in Verbindung mit einem mittleren Telezoom empfiehlt, ist dann eine andere Sache.

Bedenklich ist auch die Empfehlung ein Objektiv mit einem Umkehrring an Zwischenringen zu montieren. Das funktioniert zwar, da man aber die Verbindung mit der Kamera verliert ist auch die Blendensteuerung nicht mehr vorhanden und kann dann nur mit Arbeitsblende fokussieren. Das ist für einen mobilen Einsatz eher weniger tauglich.

Dann kommt aber im Tipp 1 ein krasser Fehler. (Fast) alle Makroobjektive erreichen einen Abbildungsmaßstab von 1:1 und nun wird die Behauptung aufgestellt, dass man mit solchen Objektiven an einer Kamera mit APS-C oder mFT Sensor einen größeren Abbildungsmaßstab als 1:1 erreichen kann ! Hier wird offenbar Abbildungsmaßstab und dargestellter Bildausschnitt verwechselt.

Youtube Video mit 10 Tipps für Macro AnfängerOb dann die Empfehlung im Tipp Nr. 2 sich bei wärmeren Wetter ausrechnet als Anfänger mit Insekten zu beschäftigen richtig ist, möchte ich bezweifeln. Bei warmen Wetter sind die Insekten und Schmetterlinge so flink, dass eine formatfüllende Abbildung eines Schmetterlings mit einem 100mm  Makro eher als Glücksfall angesehen werden muss. Als Einstieg wären da z.B. Blumen oder in der jetzigen Jahreszeit Pilze zu nennen, das sind immer dankbare Motive und man kann hier Erfahrungen sammeln.

Youtube Video mit 10 Tipps für Macro AnfängerIm Tipp Nr. 3 wird dann als Ausrüstungsgegenstand ein Blitzgerät empfohlen, was in Verbindung mit dem im Tipp Nr. 4 angeratenen Diffusor zu ansprechenden Aufnahmen führen kann. Allerdings die Empfehlung mindestens auf F16 abzublenden ist simpel falsch, denn hier handelt man sich Beugungsunschärfen ein. Grundsätzlich sind zwar spezielle Makroobjektive so gerechnet, dass Beugungsunschärfe erst bei kleineren Blenden als z.B. reguläre Zoom-Objektive aber F16. Aber die Beugungsunschärfe schlägt auch umso früher zu, je kleiner der Sensor ist. Reicht die durch Abblenden erreichbare Schärfentiefe nicht aus, und bei 1:1 sprechen wir über wenige Millimeter, dann hilft nur noch die Stacking Technik.

Und selbst mit einer mFT Kamaera sollte man keine Angst davor haben, auch einmal höhere ISO Einstellungen zu benutzen, um Nah- und Makroaufnahmen auch bei weniger Licht machen zu können.

Ich kenne zwar den Autor nicht, aber vor solchen Tipps würde ich mich hüten und sie führen den Anfänger, um den es hier gehen soll, in die Irre oder zumindest in die falsche Richtung.

ciao tuxoche

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.