Das Stativ sinnvolles Zubehör oder notwendiges Übel

By | 21.Juli. 2015

Das Stativ sinnvolles Zubehör oder notwendiges Übel weil man es schleppen muss und deshalb öfter nicht mit dabei hat.

Fangen wir einmal damit an, dass es das Stativ nicht gibt, die persönliche Auswahl wird anhand von Anforderungen definiert, die an einigen Eckpunkten immer einen Kompromiss darstellt. Die Parameter heissen da unter anderem Packmass, Gewicht, Tragfähigkeit und Preis. Ein möglichst stabiles und kleines Stativ mit hoher Tragfähigkeit möglichst billig geht nicht, aber ich kann durchaus durch ein höheres Budget ein relativ kleines und dennoch tragfähiges Stativ erhalten, weil z.B. höherwertige Materialen, etwa Carbon, verwendet werden.

Das Stativ sinnvolles Zubehör oder notwendiges ÜbelBevor wir uns Gedanken über ein oder das erste Stativ machen, sollten wir eine Entscheidung für die Befestigung treffen. Heute ist es üblich, dass an der Kamera eine entsprechende Platte oder L Winkel befestigt wird, damit die Kamera schnell auf das Stativ montiert werden kann.  Hier auf dem Bild ist meine Lumix mit einer Novoflex QPL Platte zu sehen. Es gibt herstellerspezifische Systeme, wie etwa von Manfrotto, oder aber meine Empfehlung, ein Arca Swiss kompatibles System.

Das Stativ sinnvolles Zubehör oder notwendiges Übel

Manfrotto 501HDV Video Kopf

Wenn wir anfangen ein Stativ auszusuchen muss man immer daran denken, dass Stative im Regelfall ohne Kopf angeboten werden, dass ist also beim Budget zu berücksichtigen. Dann sollte man die Angaben der Hersteller sowohl bei den Stativen als auch bei den Köpfen hinsichtlich der Tragfähigkeit um mindestens 30-50% als übertrieben ansehen. Das hängt aber auch noch vom Einsatzzweck ab, wenn ich z.B. an Makroaufnahmen denke, da ist selbst ein geringes Nachsacken der Kamera für die Auswahl des Bildausschnittes sehr ungünstig.

Bei den Stativhöhen ist zu berücksichtigen, dass hier noch der Stativkopf hinzu zu rechnen ist und bei normaler Montage kommen auch einige cm hinzu für die Kamera bis zum Sucher. Ich bin ca. 1,80m gross, komme aber deshalb mit einem Stativ klar, das eine maximale Höhe von 1,50-1,60 m umd aufrecht stehend in bequemer Haltung durch den Sucher schauen zu können.

Mittelsäulen sind ein besonders schwieriges Thema, sie werden nicht empfohlen, weil sie die Stabilität zusätzlich verringeren, deshalb gibt es ja zum Manfrotto 055XPROB einen Umbausatz, um die Mittelsäule zu entfernen.

Das Stativ sinnvolles Zubehör oder notwendiges ÜbelMeiner Meinung nach immer noch ein gutes Universalstativ ist das Manfrotto 055XPROB (mittlerweile durch das 055PRO3 ersetzt), weil es zum einen recht preisgünstig ist, trotzdem eine gute Stabilität besitzt. Das hat allerdings auch den Nachteil, dass einerseits das Packmass (65cm) recht gross ist, und das Stativ nicht zu den leichtesten gehört (2,7 Kg). Allerdings hält es auch eine 5D MK II mit dem 100-400/4.5-5.6 sicher. Die entsprechende Carbon Variante ist 500g leichter, aber auch entsprechend teuerer. Hier entscheidet euer Budget. Ich hatte das Stativ ganz am Anfang, bin dann zu einem Berlebach 8003 gewechselt, um dann schließlich doch wieder bei dem Manfrotto zu landen 😉

Aber meistens kommt man nicht mit einem einzigen Stativ klar. Gerade in der Kombination mit dem  Canon 100-400/4.5-5.6 benutze ich gerne das Manfrotto 679 Einbeinstativ mit einem Benro DJ-90 Kopf. Das erleichtert das Abwarten auf den richtigen Moment z.B. in einem Tierpark, weil das Objektiv mit der Zeit doch recht schwer ist. Als Spezialfall ist die Verwendung dieses Statives in der Kombination mit dem Tokina 10-17mm Fisheye und dem Nodal Ninja R1 Kopf, um hier mit lediglich 4 Aufnahmen ein vollständiges Kugelpanorama aufzunehmen.

Das Stativ sinnvolles Zubehör oder notwendiges ÜbelEine Art Lieblingsstativ ist mein „Pilzstativ“, das Berlebach Mini. Es handelt sich um Holzstativ mit einem Packmass von 29cm und wiegt lediglich 0,9 kg. Zusammen mit einer Novoflex Castel Q Makroschiene wird daraus das ideale Stativ für relativ bodennahe Aufnahmen, den es kommt immerhin bis auf 6 cm herunter. Ich habe das Modell mit Neiger, andere bevorzugen das Model, ohne Neiger in der Kombination mit einem kleineren Kugelkopf.

Das Stativ sinnvolles Zubehör oder notwendiges ÜbelAls letztes möchte ich noch die Kategorie „Reisestative“ benennen, d.h. möglichst kompakte und leichte Stative. Ich habe als Vertreter dieser Kategorie das Feisol 3442 mit dem Arca Swiss Kopf p0. Das Stativ wiegt lediglich 1,1 kg ohne Kopf und weist ein Packmass von 48cm auf. Es handelt sich dabei um Carbon Stativ. Trotzdem ist es recht stabil, vor allem, wenn man nicht das letzte Segment benötigt. Es kann recht bodennah eingesetzt werden, wie man auf der nebenstehenden Aufnahme sehen kann, und wenn man die Schwächen des Statives kennt, kann man sogar riskieren ein Timelapse  (dann hat das System zwischen den Aufnahmen Gelegenheit auszuschwingen) oder wie oben abgebildet, Langzeitbelichtungen mit Grau(verlaufs)filtern aufzunehmen. Im letzten Urlaub hatte ich nur dieses Stativ in Verbindung mit einer Canon 7D mit.

Unabhängig von den technischen Rahmenbedingungen sollte man ein Stativ öfter mal aufstellen, ganz einfach um mit mehr Ruhe an ein Motiv heranzugehen 😉 es hilft den Bildern.

Und noch eins, ein Stativ mit entsprechender Qualität kostet, aber mit etwas Pflege kann es mehrere Kameragenerationen halten und insofern relativiert sich der Preis wieder.

Das sind jetzt meine Erfahrungen mit dem Thema Stativ(e). Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr ein gutes, universelles Stativ gefunden oder auch eher die Tendenz zu mehreren Stativen? Ich freue mich über eure Kommentare und Fragen.

ciao tuxoche

 

 

9 thoughts on “Das Stativ sinnvolles Zubehör oder notwendiges Übel

  1. Florian

    Das Berlebach Mini ist mein absoluter Liebling in diesem Artikel. Ich suche auch schon seit einiger Zeit ein leichtes Reisestativ. Danke für diesen tollen Text. Das macht gleich Lust mal wieder loszuziehen und ein wenig herumzuknipsen 🙂

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    1. Peter Post author

      Hallo Florian
      freut mich, dass dir der Artikel gefallen hat. Und das Berlebach Mini zählt auch zu meinen Lieblingsstativ, leider kommt man damit alleine nicht aus 😉

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  2. Matthias

    Ich habe für mich festgestellt, dass meine Bildkompositionen mit Stativ wesentlich durchdachter und ausgefeilter sind. Das liegt sicher daran, dass ich mit Stativ einfach langsamer arbeiten muss und mir dabei mehr Zeit für das Bild nehme. Ich löse eben nicht sofort aus. Das Schleppen nervt natürlich immer, aber die Bilder danken es einem!

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    1. Peter Post author

      Hallo Mathias,
      ja das Stativ trägt zur Entschleunigung bei 😉 man macht sich mehr Gedanken über den Bildaufbau, wenn nur, wie du schon richtig sagst, das Schleppen nicht wäre.

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  3. winfried

    Ich schliesse mich inhaltlich einfach mal deinen Ausführungen an. Ich gehöre auch zu denen, die mit dem manfrotto zufrieden sind. Ich benutze es mit der herstellereigenen Platte und 3 Wege Neiger, war im Bundle.
    Dazu noch ein Giotto Monopod mit einem billigen NoName Kugelkopf.

    Da ich nicht mehr die Ruhe eines Scharfschützen habe, moderne Pixelboliden auch minimalstes Zittern mit Unschärfe in der 100% Ansicht belohnen und ich hauptsächlich Altglas einsetze, also keine stabilisierten Objektive oder in Body Stabi habe, benutze ich ein Stativ so gut/oft wie es mir das Setting/Motiv ermöglicht.
    Meine nächste Kamera wird dewegen, u.A. auch über einen Sensorstabi verfügen und nicht mehr von Canon sein.

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      1. winfried

        Ich bleibe beim Kleinbildformat und als Altglasbenutzer würde ich momentan zur Sony Alpha 7 II greifen.
        Aber solange meine 5DII noch funktioniert, sind das nur theoretische Erwägungen. Einen echten Druck zum Wechseln oder ein drängendes „must have“ Gefühl verspüre ich glücklicherweise nicht ;-}

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        1. Peter Post author

          Hallo Winfried,

          ja die Sony hatte ich nicht auf dem Schirm, soll aber, was man so liest die Kamera u.a. für adaptierte Gläser sein. Aber meine 5DII funktioniert ja auch noch 😉

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  4. Pingback: Makromotive am Blausteinsee - Peter's Photoblog

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