Stative, wer die Wahl hat die Qual

By | 7.Februar. 2013
Artikel aktualisiert am 23.05.2015

Stative sind ein schwieriges Thema in der Fotografie, sie sind grundsätzlich entweder zu leicht und damit zu wackelig, oder stabil und schwer, letzere nimmt man jedoch eher selten mit. Und es gibt viele verschiedene Typen für verschiedenen Anforderungen, Reise, Studio, Makro usw. und aus verschiedenen Materialen z.B. Aluminium, Carbon oder Holz.

Angefangen habe ich selbst mit einem Manfrotto 055xprob, das ich nach wie vor noch für eine gutes Universalstativ halte. Dafür bietet es viele Kompromisse, die da heißen, es ist relativ groß, relativ schwer und die Stabilität, gerade z.B. für Makroaufnahmen könnte besser sein.

Mittlerweile bin ich bei 4 Stativen angelangt und habe vor allem die Vorteile des Arca-Swiss Systems kennengelernt:

  1. Berlebach Mini mit Neiger
  2. Berlebach Report 8003 mit Benro B-3 (mittlerweile verkauft)
  3. Manfrotto 055XPROB mit Benro B-3
  4. Feisol Tournament CT-3442 mit Arca-Swiss p0
  5. Uniloc SYS1200 (mittlerweile aufgrund des Gewichtes verkauft)
  6. Manfrotto Einbein

Das 1. ist mein PilzStative, wer die Wahl hat die Qualstativ und benutze es meistens ohne Kopf und nur mit dem Castel-Q drauf. Da meine Kameras mit Kirk-L-Winkeln ausgerüstet sind, funktioniert das sehr schön (ausser das der Kirk-Winkel für den Novoflex ein Hauch gross ist und somit recht stramm sitzt).

Es ist leicht (0,9 KG), klein (zusammen geschoben 29 cm) und erlaubt es, auf 6 cm (natürlich ohne Wechselschlitten und Kamera) herunterzukommen.

Das ist für Motive wie Pilze oder andere niedrig wachsende Pflanzen, aber auch für ungewöhnliche Perspektiven schon bekannter Objekte ideal.

Ich habe es bis jetzt lediglich 2 mal erlebt, das der Winkel des eingebauten Neigers nicht ausreichte, wenn ich mir dann vorstelle, das durch einen Kugelkopf die Höhe des Kamerapunktes gewachsen wäre, dann vermisse ich eigentlich nichts.

 

Stative, wer die Wahl hat die Qual

Das 2. ist das Universal-Stativ, sobald größere Höhen und mehr Stabilität verlangt ist, insbesondere für Panos, weil die Kombi Nodal Ninja 4 und eine 5D mit Objektiv drauf schon einige Kräfte entwickelt.

Es hat natürlich den Nachteil, das das Packmass mit 65 cm nicht das kleinste ist und das das Stativ insgesamt schwerer ist (2,2 KG). Aber die Stabilität lohnt den Aufwand schon.

Die maximale Höhe beträgt lediglich 1,27m, das hört sich auf den ersten Blick wenig an, wenn man aber einen Kopf wie den Benro B-3 drauf montiert und dann noch die Kamera, dann kann man damit bequem arbeiten.

Dies gilt erst recht, wenn das Stativ mit Nivelliereinheit und Panoramakopf bestückt ist.

 

Stative, wer die Wahl hat die Qual

Das Feisol ist ein kleines, vor allem leichtes Reisestativ (lediglich 1,1 Kg ohne Kopf), das man deshalb auch schon öfter mit hat auf Touren. Natürlich kann es mit dem geringen Gewicht nicht so stabil sein, wie ein Berlebach. Auch die Schwingungsdämpfung ist nicht so gut, da muss man aufpassen, und bei längeren Belichtungszeiten für ein Pano in jedem Fall mit Fernauslöser, SVA und am besten noch einem Vorlauf von ein paar Sekunden auslöst. Wenn man sich dieser Einschränkungen bewusst ist, ist es ein sehr gutes Stativ.

Das Stativ ist sehr kompakt (48 cm), und die wird auch nicht länger durch den Kopf, weil die Beine umgekehrt zusammengeklappt werden und der Kopf dann zwischen den Stativbeinen sitzt. Das funktioniert natürlich nicht mit allen Köpfen, aber mit dem Arca-Swiss p0 geht das hervorragend. Wer sich da näher informieren möchte, dem sei der Thread im DSLR-Forum empfohlen.

Das Feisol erreicht unter anderem wegen der 4 Segmente eine maximale Höhe von 1,71 cm, die ich selten vollständig ausfahre. Ich habe zu diesem Stativ keine Mittelsäule.

Stative, wer die Wahl hat die Qual

Ja das Uniloc ist schon ein Speziallfall, eher für Makro und es ist stabil und mit dem B-3 Kopf drauf entsprechend schwer (ohne Kopf immerhin 3,8 KG) und das will auch gesch.. getragen werden.

Und kompakt ist mit 73 cm (ohne Kopf) auch nicht gerade, aber es ist stabil und durch die einmalige Einhebelbedienung wirklich schnell anpass- und aufstellbar.

Es trägt eine schwere Kombination wie z.B. die 5D MK II und ein Tamron 180 Macro ohne Mühen (trotzdem muss man auch hier auf einen festen Untergrund bzw. festen Stand achten, sonst fängt man sich auch hier verwackelte Bilder ein). Man muss einfach darauf achten, die Hebelwirkungen, die entstehen, so klein wie möglich zu halten.

Für Makroaufnahmen ist Uni-Loc einfach ideal, und solche Aufnahmesituationen wie auf dem obigen Bild erreicht man am besten mit Makroobjektiven die über eine Stativschelle verfügen. Damit kann man die Kamera so „einhängen“ , das der Sucher wieder nach oben zeigt.

Meistens habe ich tatsächlich das Feisol und das Berlebach 8003 Manfrotto 055XPROB dabei.

Jetzt gibt es Stative fast wie Sand am Meer, und ich kann hier nur über meine persönlichen Erfahrungen berichten. Grundsätzlich sollte man sich sein Stativ beim örtlichen Fachhändler einmal anschauen, begrabbeln und auch mal ausprobieren, sich dann vor allem die Frage stellen, nehme ich das Stativ bei der Größe und dem Gewicht auch ausreichend oft mit.

Vorher helfen kann vielleicht die Seite von Jörg Langer, auf der man viele Fotos der einzelnen Stative findet. Leider ist die Seite nicht mehr so aktuell, schade eigentlich.

Weiterer Anlaufpunkt könnte das Formular im Dslr-Forum sein, mit dem die wesentlichen Wünsche abgefragt und dann Forum gepostet werden können.

Recht ausführliche Informationen bietet auch fotostativ.info an, dort ist auch eine Link-Seite zu den Herstellern hinterlegt, wo man sich dann generell informieren kann.

Zum Schluss vielleicht noch der Hinweis, durchforstet man die Herstellerangaben, um ein Stativ für seine Bedürfnisse zu finden, dann sollte man der angegeben Tragkraft bei Stativen und bei Köpfen am meisten misstrauen 😉

Ich würde mich über Anregungen/Kommentare oder Kritik freuen, genauso wie über ein „Gefällt mir“ oder „+1“.

ciao tuxoche

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2 thoughts on “Stative, wer die Wahl hat die Qual

    1. Peter Post author

      Hallo Vincent,

      grundsätzlich gebe ich dir Recht, die Berlebach Stative sind klasse, keine Frage. Aber ich habe mich wegen dem Handling (Verschlüsse) und dem Packmaß doch wieder in Richtung Manfrotto entschieden.

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