JPEG noch kleiner machen

By | 19.August. 2014
Artikel aktualisiert am 25.12.2014

Wir Fotografen haben ja ein besonderes Interesse, dass unsere Fotos, die wir im Web präsentieren möglichst klein sind und trotzdem eine hohe Detailqualität haben.

Der Grund für die Forderung nach relativ kleinen Dateigrößen liegt entweder in der Beschränkung beim Hochladen, Platzproblem auf der selbst gehosteten Webseite oder auch die Upload Geschwindigkeit. Es gibt verschiedene Gründe, um die Dateien trotz Flatrates oder immer schnelleren Internetanbindungen möglichst klein zu halten.

Ich lade meine Bilder auf meiner Webseite, Google+ oder flickr als JPEG Dateien hoch, die in Lightroom mit voller Größe und mit 85 % Qualität exportiert wurden. Dabei ergeben sich nach Kamera und Detailreichtum der Aufnahmen Dateigrößen zwischen 3,5 und 6 MB.

Wenn man jetzt im Internet nach Möglichkeiten sucht, seine Bilddateien zu verkleinern, dann stösst man unweigerlich z.B. auf Daniels Artikel oder den Artikel auf dr.web zu compressor.io, das angeblich eine Reduzierung der Dateigröße um bis 90% verspricht. In den Artikel ist die Rede von einer Reduzierung zwischen 54% und 82%, und das angeblich ohne sichtbaren Qualitätsverlust.

Aber machen wir erst einmal einen Vergleich:

JPEG noch kleiner machen

 

 

 

 

 

 

Ich habe ein relativ aktuelles Bild von der 5D MK II mit verschiedenen Qualitätseinstellungen exportiert und 100% Ausschnitte per Photoshop zusammengefügt.. Dabei ergeben sich Dateigrößen von links nach rechts von 8.635, 4388 und 2.478 KB. Wenn man sich diesen Vergleich in Originalgröße anschaut, dann ist der Unterschied zwischen der 85 und 75 Qualität nicht verstellbar, und selbst die 50 Qualität ist in Ordnung selbst auf einem Dell U2711 mit immerhin 2560×1440 Pixeln. Wenn man sich vor Augen hält, das man ja (noch) keinen Monitor in einer von 5.616×3.744 Pixeln hat, also das Bild immer verkleinert dargestellt wird, wäre selbst eine generelle Qualitätseinstellung von 50% mehr als akzeptabel.

JPEG noch kleiner machen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doch nun zu compressor.io, der als Webdienst realisiert ist. Man kann hier eine Datei per Browser hochladen und laut Webseite wird dann die optimale Kompression automatisch ausgewählt. Sobald der Verkleinerungsprozess beendet ist, kann das Bild herunterladen oder Google Drive oder auf Dropbox speichern.

Das Handling ist einfach, aber wie sehen die Ergebnisse aus. Ich habe deshalb das obige Foto in der 85 Qualität hochgeladen und komprimieren lassen. Das Resultat war eine 3.113 KB große Datei, das entspricht einer Reduzierung um 64%. Die resultierende Datei ist aber noch ein wenig größer als die mit Lightroom mit 50 Qualität exportierte Datei. Lädt man diese Datei hoch ergibt sich eine Reduzierung auf 2.427 KB, was gerade einmal 51 KB ausmacht.

Das man keine Wunder erwarten durfte, war mir klar. Aber warum dieses Tool so gut wegkommt, ist für mich nicht ganz nachvollziehbar. Aufgrund dieser Ergebnisse habe ich JPEGMini nicht mehr ausprobiert. Selbst wenn man nicht über Lightroom verfügt, kann man das auch mit Irfanview erledigen, nimmt man den Faststone Image Viewer, der kann das sogar im Batch Betrieb.

Was denkt ihr über solche Tools, oder habt ihr vielleicht sogar Erfahrungen mit compresso.io oder JPEGMini? Ich freue mich auf eure Kommentare.

ciao tuxoche

[tags]compressor.io,JPEGMini,Irfanview,Faststone Image Viewer[/tags]

14 thoughts on “JPEG noch kleiner machen

    1. Peter Post author

      Danke dir, den Eintrag bei Jeffrey hatte ich auch gefunden, und exportiere seitdem auch „nur“ noch in 75% Qualität, aber warum spart man Arbeitsschritte, wenn man die JPEG Ausgabequalität reduziert?

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      1. Uwe

        Sorry, kam wohl falsch rüber. Ich spare mir zusätzliche Schritte, die ich machen müsste, wenn ich ein zusätzliches externes Komprimierungstool einsetzen würde. Zumal ich auch viele Publikationsdienste von LR nutze, die direkt ins Netz laden.

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        1. Peter Post author

          Ok dann ist das klar 😉 Publikationsdienste z.B. für flickr aus LR heraus nutze ich ja auch

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  1. Rainer

    Moin,

    ich finde es nach wie vor wichtig Bilder für das Zielmedium zu optimieren. Also werden Bilder für Flickr & Co bei mir auch mit 2.048 px und irgendwas um 70% exportiert. Da kommen dann je nach Motiv Dateien zwischen 200 und 800 kB (selten größer) raus. Aber ob ich mit einer andere Routine jetzt noch hier oder da 10 oder 15 kB spare, ist nur noch eine akademische Übung. Ich stecke meine Zeit lieber in das Entwickeln der Bilder als in ausgefeilter Exportroutinen. 😉

    Viele Grüße
    Rainer

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  2. Winfried

    Das Problem mit den Leuten ist einfach: es kostet Geld, deswegen muß es einfach gut/besser sein, als Programme die kein Geld kosten.
    Im Bildbearbeitungsbereich gibt es für jede Anwendung qualitativ Gleichwertiges, wenn es nur um die reine Ausgabequalität ginge. RawTherapee, Darktable oder Photivo (um nur ein paar zu nennen) liegen in dieser Hinsicht locker auf Augenhöhe.

    Da können gewerbliche Programme aber noch mit Key Features punkten, die für den praktischen Arbeitsablauf des Nutzers wichtig sein können. Zum Beispiel LR mit der Bildverwaltung, DXO mit der stärksten Objektiv und Kamerakorrektur, Photo Ninja mit dem integrierten Noise Ninja, etc, etc. Darüberhinaus gibt es dann in der Regel auch noch (deutschsprachige) Bedienungsanleitungen und Totorials im Web, was für komplexere Programme wie Bildbearbeitung und RAW Konverter nicht ganz unwichtig ist.

    Auf einen reinen JPG Kompressor trifft das alles aber nicht zu, da kann man allenfalls nur Geld verdienen, weil die Zielgruppe unwissend ist 🙂

    ps: Irfanview kanns natürlich auch im batch ;-}

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  3. Winfried

    Aus meinen RAW Konvertern exportiere ich JPG generell mit 100%, egal ob nun LR oder RT.

    Die optimale Kompression hängt vom Bildinhalt ab und auch von der damit zusammenhängenden Bearbeitung und das kann ziemlich heftig mit automatischen Tools kollidieren.
    Wenn ich während der Bildbearbeitung, passend zur Bildgröße (und im Web machen Bilder in Originalgröße nicht wirklich Sinn, Testbilder mal abgesehen) entsprechend entrauscht und während der Bearbeitung entstandene Tonwertabrisse geglättet habe, dann liegt meine Dateigröße selbst bei 90% JPG Komressionsrate und 4:4:4 Subsampling (Faststone bietet die Möglichkeit das Farbsubsampling selber einzustellen) in der Regel unter der Dateigröße, den meine Kamera als ooc JPG bei 80% ausliefert.
    Wenn ich ein derartig optimiertes Bild dann durch einen automatischen Konverter schiebe, bekomme ich in ganz schnell wieder sichtbare Kompressionsartefakte, meist in dem subtileren Farbverläufen die prädestiniert sind für Tonwertabrisse und wo es auch am ehesten auffällt.

    Je nach Motiv und gewünschter Bildwirkung, die eine Programmautomatik aber kaum erkennen kann, bestimme ich wie weit die Komprimierung gehen darf.
    Da ich bis 2012 nur DSL Light hatte, war Bildkomprimierung gezwungenermäßen mal ein „Steckenpferd“ von mir … und ich bin wie ein Boomerang immer wieder bei Faststone Bildbetrachter gelandet, da er mir zusätzlich zur JPG Kompressionsrate auch noch die Wahl lässt, das Farbsubsampling in 3 Qualitätsstufen zu wählen (Irfanview bietet immerhin die Wahl zwischen „an“ und „aus“).
    Dateigrößenreduzierung ohne Einfluß auf die Bildqualität gibt es bei Verlustbehafteter Kompression einfach nicht, die Frage ist dann nur in welchen Bildberreichen was wegfällt (oder als Artefakt dazukommt) und wo die eigene Toleranzschwelle liegt.

    ob nun, bei gleichem Endergebnis, zwischen den Programmen 1-2% Unterschiede bestehen, ist mir nicht so wichtig, wie die Einbettung des Programms in meinen Arbeitsablauf.

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    1. Peter Post author

      Hallo Winfired,

      ich bin vollkommen bei dir, ich gehe auch hin und exportiere für flickr, für meine Webseite oder Google+ mit einer Kantenlänge von 2000px und 80% Qualität nach JPEG. Ob ich da ein paar KB sparen kann, wen z.B. je nach Motiv die Qualität reduziere interessiert mich auch nicht (obwohl ich hier immer noch eine nur eine 6.000 Leitung habe, aber hochladen läuft ja im Hintergrund) , mir ging es nur darum, diese Tools, die sich über Lizenzen tragen, die aber nur die normale JPEG Kompression mit einigen Optimierung anbieten zu kritisieren, vor allem, weil Photographen, die über Lightroom, Irfanview oder auch Fatsstone verfügen nicht brauchen

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