
Bereits vorletzte Woche hat Adobe das Juni-Update für Lightroom Classic veröffentlicht, also die Version 15.4. In dieser ersten öffentlichen Version schien jedoch ein größerer Fehler enthalten zu sein. Als ich Lightroom aktualisieren wollte, war Version 15.4 bereits wieder verschwunden und stattdessen wurde nur noch Lightroom 15.3.1 angeboten.
Erst aufgrund dieser Meldung wurde ich gewahr, dass Adobe selbst das Update zurückgezogen hatte, und somit alle Bemühungendas Update zu installieren vergebens waren.
Einige Tage später veröffentlichte Adobe dann die korrigierte Version 15.4.1, die neben Fehlerbehebungen auch einige Neuerungen mit sich bringt.
Mit dem Update verbunden ist eine Anpassung des Kataloges, so dass man hier sicherheitshalber vorher ein Backup machen sollte.

Unterstützung neuer Kameras und Objektive
Wie üblich erweitert Adobe mit dem Update die Unterstützung für neue Kameramodelle und Objektive. Dazu gehört unter anderem die Unterstützung neuer Kameras sowie weiterer Objektivprofile. Besonders hervorzuheben ist die Unterstützung des Sony 100–400 mm inklusive der entsprechenden Telekonverter.
Neue Duplikatsuche mit Einschränkungen
Zu den neuen Funktionen gehört die integrierte Duplikatsuche. In meinen Tests konnte sie allerdings bislang nicht überzeugen. Ich habe die Funktion mehrfach über verschiedene Sammlungen und Speicherorte hinweg ausgeführt, erhielt jedoch keine Treffer. Im gesamten Katalog war das mit knapp 20 Bildern ebenfalls überscahubar.

Möglicherweise liegt das daran, dass Lightroom ausschließlich pixelidentische Bilder erkennt, auch wenn diese an unterschiedlichen Speicherorten abgelegt sind. Im Vergleich dazu bietet beispielsweise Extra Search eine deutlich flexiblere Lösung. Dort lässt sich über einen Schieberegler festlegen, wie ähnlich Bilder sein dürfen, um als Duplikate erkannt zu werden.
Dadurch können auch Aufnahmen gefunden werden, die mit nahezu identischem Bildausschnitt oder nur geringfügig veränderter Belichtung erstellt wurden. Ich werde die Entwicklung dieser Funktion weiter beobachten, aktuell halte ich sie jedoch noch nicht für den großen Durchbruch.
Verbesserte Personen- und Motiverkennung
Neben der Personensuche, die ich persönlich aufgrund der Nutzung von Extra Search kaum verwende, wurde insbesondere die Maskierung deutlich verbessert.

Vor allem die Motivauswahl arbeitet jetzt wesentlich präziser als in früheren Versionen. In meinen Tests wurde das eigentliche Motiv deutlich exakter erkannt und freigestellt.
Präzisere Himmel- und Objektmasken
Auch bei anderen Maskierungsfunktionen fällt die verbesserte Genauigkeit auf. Beispielsweise wird der Himmel nun sauberer erkannt, ohne dass kleine störende Elemente wie Schornsteine, Äste oder feine Strukturen von Bäumen die Auswahl so stark beeinflussen.
Die neue Motivauswahl arbeitet insgesamt sehr präzise und reduziert den Bedarf an manuellen Nachkorrekturen erheblich.
Neue KI-Metadaten für Suche und Smart-Sammlungen
Passend zu den zunehmenden KI-Funktionen in Lightroom gibt es nun zusätzliche Metadatenfelder, die auch in Smart-Sammlungen verwendet werden können.

So lassen sich beispielsweise Fotos finden:
- die mit KI-Funktionen bearbeitet wurden,
- deren KI-Bearbeitung aktualisiert werden muss,
- oder die bestimmte KI-gestützte Bearbeitungsschritte enthalten.
Diese Erweiterung ist ein logischer Schritt, um größere Bildbestände effizient zu verwalten und Fotos mit KI-Bearbeitungen schnell auffinden zu können.
Verbesserungen bei der Stichwort-Synchronisation
Nicht selbst testen konnte ich die neue Tethering-Funktion für Canon-Kameras. Positiv aufgefallen ist jedoch die Synchronisation von Stichwörtern zwischen Lightroom Classic, Lightroom Desktop und den mobilen Anwendungen. Allerdings muss das in den Einstellungen aktiviert sein.

Dabei gibt es allerdings weiterhin eine Einschränkung: Hierarchische Stichwörter werden nicht übernommen. Stattdessen werden sie in Lightroom Desktop und auf mobilen Geräten als flache Stichwortlisten übertragen.
Fazit
Mit Lightroom Classic 15.4.1 liefert Adobe vor allem Verbesserungen bei den KI-gestützten Maskierungswerkzeugen und erweitert die Möglichkeiten zur Verwaltung von KI-Bearbeitungen. Die deutlich präzisere Motiverkennung gehört dabei zu den stärksten Neuerungen des Updates.
Die neue Duplikatsuche wirkt hingegen derzeit noch recht eingeschränkt, da sie offenbar nur exakt identische Dateien erkennt. Wer nach ähnlichen Bildern suchen möchte, ist aktuell mit spezialisierten Lösungen wie Excire Search weiterhin besser bedient.
ciao tuxoche
