DaVinci Resolve 21 (k)ein Ersatz für Lightroom

Von | 9.Juni. 2026

In der letzten Woche hat Blackmagic Design die finale Version 21 von DaVinci Resolve veröffentlicht. Nach einer mehrphasigen Beta-Phase sind neben Verbesserungen im Videobearbeitungsbereich auch völlig neue Funktionen hinzugekommen.

Einleitung

DaVinci Resolve 21 (k)ein Ersatz für Lightroom

Besonders interessant ist dabei die neue Photo Page, die es ermöglicht, RAW-Dateien verschiedener Kamerahersteller direkt in DaVinci Resolve zu bearbeiten. Unterstützt werden unter anderem Formate von Nikon, Canon, Sony und inzwischen auch Panasonic LUMIX.

Aufgrund dieser Neuerung behaupten derzeit einige Content Creator – insbesondere auf YouTube –, dass das Lightroom-Fotoabo damit überflüssig werde und DaVinci Resolve 21 einen vollwertigen Ersatz für Lightroom wäre.

Ich habe dazu auch ein Video aufgenommen:

Die neue Photo Page

Die neue Photo Page erlaubt es, Fotos direkt in den Media Pool zu importieren und RAW-Dateien dort zu bearbeiten. Die importierten Bilder werden in ein Fotoalbum integriert, das gewissermaßen die Funktion einer Timeline im Videobereich übernimmt.

DaVinci Resolve 21 (k)ein Ersatz für Lightroom

Die Photo Page ermöglicht es, Fotos und Videoclips innerhalb eines einzigen Projekts und in nur einer Anwendung – nämlich DaVinci Resolve 21 – zu verwalten und zu bearbeiten. Ein ständiger Wechsel zwischen verschiedenen Programmen entfällt.

Durch die direkte Unterstützung von RAW-Formaten kann zudem mit der vollen Bildqualität gearbeitet werden. Bildausschnitte lassen sich direkt in DaVinci Resolve festlegen und anschließend nahtlos in ein Videoprojekt integrieren.

Die RAW-Bearbeitung umfasst die üblichen Basisanpassungen wie Weißabgleich, Tiefen, Höhen, Lichter oder Belichtung – also Funktionen, die man auch aus anderen Bildbearbeitungsprogrammen kennt.

Darüber hinaus können Bilder beschnitten, gerade ausgerichtet oder perspektivische Verzerrungen korrigiert werden, wie sie beispielsweise bei Aufnahmen mit extremen Weitwinkelobjektiven auftreten.

DaVinci Resolve 21 (k)ein Ersatz für Lightroom

Nach der Bearbeitung in der Photo Page lassen sich die Bilder direkt in der Fusion Page oder – deutlich häufiger – in der Color Page weiterverarbeiten. Dort stehen umfangreiche Möglichkeiten für Farbkorrekturen und kreative Effekte zur Verfügung. Im folgenden Beispiel habe ich beispielsweise künstlich Sonnenstrahlen in einer Reflexion ergänzt – eine Aufgabe, die sich in DaVinci Resolve sehr komfortabel umsetzen lässt.

DaVinci Resolve 21 (k)ein Ersatz für Lightroom

Import von Lightroom-Katalogen

DaVinci Resolve 21 (k)ein Ersatz für Lightroom

DaVinci Resolve bietet außerdem die Möglichkeit, einen Lightroom-Katalog direkt zu importieren. Ich habe dies zunächst mit meinem kleineren Blogfoto-Katalog getestet.

Obwohl dieser lediglich rund 5.500 Bilder umfasst, dauert der Import bereits relativ lange. Zudem befinden sich die importierten Bilder anschließend nur innerhalb des aktuellen Projekts und stehen – anders als bei Lightroom – nicht projektübergreifend zur Verfügung.

Eine Ausnahme bilden sogenannte Power Bins. Werden die Bilder dort abgelegt, können sie bei entsprechender Konfiguration in jedem Projekt genutzt werden. Mithilfe von Smart Bins lassen sich die Bilder zusätzlich nach Kriterien wie Kamera, Eigenschaften oder Metadaten sortieren.

Dennoch ersetzt dies keine vollständige Bildverwaltung, da DaVinci Resolve grundsätzlich projektorientiert arbeitet und nicht auf eine globale Katalogverwaltung ausgelegt ist. Zudem liegt der Schwerpunkt der Software naturgemäß auf der Videobearbeitung und nicht auf fotografiespezifischen Verwaltungsfunktionen.

Den Import meines eigentlichen Fotokatalogs mit knapp 80.000 Bildern habe ich daher aus Zeitgründen nicht durchgeführt.

Ergebnisse und Probleme

Für eine erste Version, die die Bearbeitung von RAW-Dateien aus mittlerweile vier verschiedenen Kamerasystemen ermöglicht, ist die Photo Page bereits erstaunlich gut gelungen.

Die Kombination aus Fotoalbum, RAW-Entwicklung sowie der anschließenden Bearbeitung in der Color Page mit Effekten und Farbkorrekturen funktioniert insgesamt sehr überzeugend.

Allerdings gibt es derzeit noch einige Probleme.

DNG-Unterstützung

Insbesondere DNG-Dateien, die ich aus Platzgründen in Lightroom erzeugt habe, werden häufig deutlich zu hell dargestellt und weisen zusätzlich einen Lilastich auf. Hier ist aktuell eine manuelle Nachbearbeitung erforderlich.

DaVinci Resolve 21 (k)ein Ersatz für Lightroom

Ein ähnliches Verhalten konnte ich auch bei älteren Kameramodellen beobachten, beispielsweise bei RAW-Dateien meiner früheren Canon EOS 5D Mark I.

Exportqualität

Ein weiteres Thema betrifft den Fotoexport. Ich habe unbearbeitete RAW-Dateien sowohl aus DaVinci Resolve als auch direkt aus Lightroom Classic exportiert und miteinander verglichen.

DaVinci Resolve 21 (k)ein Ersatz für Lightroom

Dabei wirken die von Lightroom Classic erzeugten Bilder einen Hauch schärfer beziehungsweise detailreicher als die Exporte aus DaVinci Resolve. Möglicherweise liegt dies an den Standard-Schärfungseinstellungen von Lightroom, dennoch fiel der Unterschied im direkten Vergleich auf.

Quick Export

Der Quick Export unterstützt zwar zahlreiche Formate wie HEIF, JPEG oder TIFF, allerdings ist die Konfiguration der Dateibenennung nicht besonders intuitiv gelöst. Viele der verwendeten Variablen stammen offensichtlich aus dem Videobereich und sind für Fotografen weniger relevant – es sei denn, die Bilder werden direkt innerhalb eines Videoprojekts verwendet.

Fazit

DaVinci Resolve bietet bereits seit Langem eine hervorragende Videobearbeitung. Mit der neuen Photo Page, die nun auch die Entwicklung von RAW-Dateien innerhalb derselben Anwendung ermöglicht, ist ein großer Schritt in Richtung einer integrierten Medienbearbeitung gelungen.

Ich gehe davon aus, dass Blackmagic Design diese Funktion in zukünftigen Versionen weiter ausbauen wird.

Trotzdem wäre ich aktuell vorsichtig mit der Aussage, dass DaVinci Resolve Lightroom vollständig ersetzen kann. Sicherlich ist es ein großer Vorteil, Fotos und Videoclips gemeinsam in einer Anwendung bearbeiten zu können, ohne zwischen Programmen wechseln oder Dateien exportieren zu müssen.

Der entscheidende Unterschied liegt jedoch in der Arbeitsweise: Während DaVinci Resolve projektorientiert arbeitet, bietet Lightroom eine globale Katalogverwaltung und einen deutlich ausgereifteren Fotoworkflow. Für reine Fotografen bleibt Lightroom daher derzeit weiterhin die umfassendere Lösung.

ciao tuxoche

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