Darktable keine Lightroom Alternative I

By | 16.Januar. 2018
Artikel aktualisiert am 29.01.2018

Am Ende des letzten Jahres haben sich die Meldungen über Darktable als Lightroom Alternative förmlich überschlagen. Da bis vor kurzem kein Windows Port zur Verfügung stand, habe ich das Programm nicht ausprobiert. Nunmehr steht aber mit der Version 2.4.0 auch ein aktueller Windows Port zur Verfügung.

Darktable keine Lightroom Alternative

Die etwas provokante Überschrift soll einmal klar stellen, das Darktable zumindest laut der offziellen Webseite gar keine Alternative zu Lightroom ist oder sein möchte. Danach ist Darktable zunächst ein nicht-destruktiver RAW Konverter mit entsprechenden Verwaltungsfunktionen. Darktable ist als Open-Source Software natürlich für Linux, MacOS (obwohl es hier wohl keine Version 2.4 ist) und jetzt auch Windows verfügbar. Ich finde Open-Source Klasse, aber gerade wegen der Bildbearbeitung habe ich vor langer Zeit Linux als Desktop System aufgegeben und bin zu Windows gewechselt. Auf meinem NAS läuft immer noch Linux.

Aber Darktable versteht sich wohl nicht als Lightroom Alternative, sondern möchte wohl ein guter RAW-Konverter mit einigen Optionen sein, obwohl man sich nach der Installation und dem ersten Start durchaus an den Konkurrenten erinnert fühlt 😉

Installation und Start

Die Installation klappte mit der Version 2.4 schon einmal einwandfrei auf Windows 10.Warum ich das erwähne? Gerade mit Portierung aus der Linux Welt auf Windows habe ich da schon einiges erlebt. Nach dem Start findet man sich befindet man sich auf den zunächst noch leeren Leuchttisch, den da Darktable auch Verwaltungsfunktionen bietet, wollen die Bilder erst einmal eingelesen, also importiert werden.

Darktable keine Lightroom Alternative I

Darktable keine Lightroom Alternative IMit dem Import werden die Basisdaten der Bilder,  also Aufnahmedatum,Kamera,Objektiv und die Belichtungsdaten eingelesen. Mit dem Einlesen werden auch für alle eingelesenen Fotos XMP-Dateien erzeugt.

Diese scheinen aufgrund der Kennzeichnung Darktable spezifisch zu sein und enthalten wie bei Lightroom auch die wesentlichen Entwicklungseinstellungen sowie evtl. vergebene Stichwörter.

Ich habe auch keine Option gefunden, die Erzeugung bzw.Speicherung von Daten in den XMP-Dateien abzuschalten. Leiglich bei sehr großen XMP-Dateien, wobei hier die Frage ist, wie ist das definiert, gibt es wohl die Option die XMP Dateien zu komprimieren. Man kann das in den Voreinstellungen aber auch gänzlich abschalten.

Gerade bei den Voreinstellungen wird man mit Optionen fast erschlagen, so ist natürlich auch eine GPU Unterstützung vorhanden, ich kann aber nicht sagen, inwieweit die Aktivierung wirklich schneller macht.

Aber gerade bei den verschiedenen Anzeigen z.B. von der Dunkelkammer zurück zum Leuchttisch kann es passieren, dass trotz der richtigen ausgewählten Filmrolle nicht alle Bilder angezeigt werden, z.B. wie hier, wo das erste Bild fehlt: Darktable keine Lightroom Alternative I

Das ist zwar zunächst nur ein Anzeigeproblem (so interpretiere ich das einmal) aber trotzdem nicht in Ordnung.

Entwicklung

Mit einem Doppelklick eines Bildes auf dem Leuchttisch landet man im Entwicklungsmodul, oder besser in der Dunkelkammer wie es in Darktable genant wird, und da wird eigentlich alles geboten, was man so benötigt:

Darktable keine Lightroom Alternative I

Alle üblichen Parameter für Belichtung, Kontrast,Sättigung usw. werden natürlich unterstützt, und auch wie in dem obigen Beispiel die Anwendung einer Verlaufsmaske. Allerdings sind auch manche Einstellungen einfach überladen, z.B. Schatten und Spitzlichter. Ob hier ein Experten-Modus hilfreich wäre, der nur im Bedarfsfall eingeschaltet wird.

Auch lokale Korrekturen wie die obligatorische Entfernung/Korrektur von Staubpartikeln sind natürlich vorhanden:

Darktable keine Lightroom Alternative IWas mir allerdings in der Dunkelkammer als auch auf Leuchttisch Modul fehlt, ist ein Vorher-/Nachher Vergleich 2 Bilder.

Export Optionen

Darktable keine Lightroom Alternative ISchließlich möchte man seine Bilder auch präsentieren oder auch auf sozialen Medien teilen. Darktable bietet natürlich die klassischen Export Optionen JPEG und Tiff, bei letzterem ist selbstverständlich sowohl 8 als auch 16-Bit Farbtiefe. Bei JPEG kann man natürlich die Qualität festlegen, umso vielleicht den Export noch weiter zu verkleinern. Außerdem kann man die Größe des Bildes verändern, um z.B. auf sozialen Medien Bilder mit einer max. Kantenlänge von z.B. 2000px zu exportieren. Per Voreinstellung landen die Exporte im Verzeichnis der Original RAW Datei, in einem Unterverzeichnis darktable_exported.

Darüber hinaus, und das ist jetzt nicht selbstverständlich, können die Bilder direkt z.B. auf Facebook,Flickr  oder Google+ geteilt werden. Ob eine LaTex Vorlage unbedingt erforderlich, halte ich zumindest für zweifelhaft.

Damit man den verschiedenen Export Optionen auch nicht Überblick behält können Voreinstellungen definiert werden, die sowohl das Ziel (Festplatte,soz. Medien), Format und evtl. Größe beinhalten. Das entspricht den von Lightroom bekannten Export Presets.

Wie es dann um die Stichwortvergabe, Geotagging und andere Dinge steht erfahrt ihr im 2. Teil.

ciao tuxoche

9 thoughts on “Darktable keine Lightroom Alternative I

  1. cicollus

    Hallo,

    hier mal meine Meinung dazu:

    > Ich halte es nicht für sinnvoll, gleichzeitig XML zu speichern,
    Es schafft die Möglichkeit, die Raw-Datei mit den Bearbeitungsschritten auf einen anderen Rechner zu kopieren.

    > Vorher/Nacher: …mit dem Verluaf halte ich für umständlicher,
    Aussagekräftiger, wie sich bei welchen Programmschritt Änderungen auswirken, geht es aber nicht

    — have fun —

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  2. Jörn

    Das mit den scheinbaren Bugs in Darktable liegt nicht an Darktable selbst, sondern an der Portierung.
    Unter Linux funktioniert alles bestens.

    Bei https://www.multimedia4linux.de/index.php/component/tags/tag/darktabletutorial entstehen Tutorials und ein Handbuch zu Darktable.

    Übrigens:
    In Darktable sind ist die Reihenfolge der Filter von den Bildbearbeitungsprofis/Entwickler fest vorgegeben und verdrahtet. Anfängerfehler, wie z.B. im ersten Schritt schärfen, werden so ausgeschlossen.
    Das bedeutet, egal zu welchen Zeitpunkt ein jeweiliger Filter gesetzt wird, dieser ist bei der Entwicklung immer an einem festen Ablauf gebunden.

    Reply
  3. Walter

    Als Lightroom 6 Nutzer habe ich die Version 2.4.3.1 nun auch einmal etwas intensiver getestet. Dabei ging es mir nicht so sehr um die Feinheiten bei Einstellungen sondern um den Alltagsgebrauch. Da ich öfters mit vielen Aufnahmen arbeite, habe ich bis zu 7800 Fotos in Darktable geladen, entwickelt und in JPG- oder TIF-Format exportiert. Dies ging problemlos, wobei Verarbeitungs- wie auch Exportdauer deutlich hinter denen von Lightroom zurück blieben.
    Andererseits hatte ich bei Exportversuchen mit wenigen Fotos einige Abstürze, was natürlich unschön ist. Insofern ist mein Eindruck zwiespältig und solange Lightroom auf meinem Mac läuft, werde ich es wohl auch einsetzen. Wenn dies nicht mehr gewährleistet ist, mache ich mir ernsthaft Gedanken über einen Wechsel.
    Für die großen Mengen von Fotos habe ich seit Kurzem die Stapelverarbeitung von Affinity Photo im Einsatz. Dabei setze ich zuvor erstellte Makros ein um z.B. alle Einzelbilder eines Videos zu bearbeiten. Die zeitliche Aufwand ist mit dem von Lightroom vergleichbar, wobei ich über die Makros alle Möglichkeiten des Programms anwenden kann.

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  4. Jörn

    XML-Datei abschalten, dort werden die Arbeitsschritte gespeichert! Wenn Adobe so etwas versteckt, ist es ein anderer Schuh. Mich stört auch nicht der Tank im Auto.

    Das liest man oft, dass User in Adobe-produkten fit sind und nun denken Darktable ist genauso zu bedienen und schreiben nun Sachen, ohne sich mit der Bedienung vertraut zu machen.

    So wie: Was mir allerdings in der Dunkelkammer als auch auf Leuchttisch Modul fehlt, ist ein Vorher-/Nachher.
    Geh einfach mit der Maus im Verlauf auf die Stelle, mit der Du die Vergleiche machen willst.
    Beim Leuchttisch allerdings etwas hintenherum: Erzeuge ein Duplikat.

    Die Exporte lande dort, wo man diese mit dem Dateimanager auswählt.

    Viele Grüße
    Jörn

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    1. Peter Post author

      Hallo Jörn,

      ich ziehe den Hut vor den Leuten, die Opensource entwickeln, komme aus dieser Welt (ist allerdings schon etwas her), und ich gehe nicht an solche Programme heran mit der Einstellung, dass DT genauso zu bedienen sein soll wie andere Programme. Aber einigermaßen intuitiv sollte es schon sein.

      hinsichtlich der XML Dateien fehlt die Option zum Abschalten, denn man speichert ja zusätzlich alles in der Datenbank. Ich halte es nicht für sinnvoll, gleichzeitig XML zu speichern, denn einerseits macht es das System langsamer und andererseits kann nur das eigene Programm das auch wieder benutzen, denn eine Kontrastanhebung um z.B. 0,10 führt ja in einem Programm nicht zum gleichen Eindruck.

      Das mit dem Vorher/Nachher Vergleich habe ich gesehen (also Protokoll) und könnte hilfreich sein, wenn vor einer größeren Änderung einen Schnappschuss zu machen. Aber gut, mit dem Verluaf halte ich für umständlicher, könnte ich aber noch mit leben. Dafür aber im Leuchttisch ein Duplikat ist nun wirklich etwas umständlich. Wusste icha ber nicht und vielleicht dein Hinweise jemanden, funktioniert aber der aktuellen Version 2.4.3 nicht 🙁

      Hinsichtlich des Exportes habe ich doch nur gesagt, das ein Bild „per default“ im Raw Unterverzeichnis landet. Allerdings scheint die Verzeichnisauswahl für den Import aber auch den Export in der aktuellen Version 2.4.3 recht buggy zu sein.

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  5. Tim Peters

    Hallo tuxoche

    Ein interessanter Artikel. Ich bin schon auf den zweiten Teil gespannt. Bisher verschweigst Du ja noch, weshalb Darktable für Dich kein Ersatz für Lightroom sein kann. Die Sache mit dem Vorher-/Nachher Vergleich zweier Bilder hat Bernhard ja schon geschrieben (Snapshots).

    Darktable ist an einigen Ecken schon etwas überladen und nicht immer intuitiv zu bedienen. Am User Interface kann sicher noch einiges verbessert werden. Wenn Du konkrete Vorstellungen hast, erwähne das doch im nächsten Teil und sende den Entwicklern den Link zum Artikel. Open Source lebt ja vom mitmachen. Einige der Entwickler sprechen auch deutsch.

    Viele Grüsse
    Tim

    Reply
  6. Bernhard

    apropos Vorher/Nachher:
    da gibt es in der Dunkelkammer links oben die Option „Snapshot“, wo Du dann auch eine Trennlinie hin- und herschieben kannst und bestimmte Bildbereiche (also nicht nur das Gesamtbild) vergleichen kannst.

    Reply

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