Letzte Woche hat Panasonic die Lumix Lab App in der Version 3.0.0 veröffentlicht und freigegeben, dass die Bilder der Panasonic Kameras in dieser App bearbeitet werden können.
Einleitung

Das ist natürlich super interessant für alle, die im Wesentlichen RAW fotografieren, so wie ich, die aber dann trotzdem ab und an gerne ein Bild auf dem Smartphone oder dem Tablet bearbeiten wollen und es dann zum Beispiel auf sozialen Medien teilen wollen. Also habe ich die Sache einfach mal ausprobiert.
Die Lumix Lab App ist, wie schon mehrfach erwähnt, leider eine absolute Smartphone-App. Die Dimensionen passen sich nicht bei einem Wechsel auf zum Beispiel ein Tablet an, d.h. die App bleibt Hochformat und verschenkt damit massiv Platz. Aber das kennen wir ja nicht nur von dieser App, sondern da gibt es eine Menge Apps, die eigentlich nicht für ein Tablet gemacht sind.
Ich habe dazu mal ein Video aufgenommen:
Die App

Die RAW-Bilder werden von der Kamera über eine Wi-Fi-Verbindung heruntergeladen, wobei hier zunächst eine Bluetooth-Verbindung etabliert werden muss. Da hatte ich ja schon mal in einem früheren Artikel kritisiert, dass die Bluetooth-Verbindungen leider nicht sonderlich stabil sind.
Ich hatte sie damals versucht zu benutzen, um mit den Bildern GPS-Tagging zu machen. Wenn die Verbindung aber erst einmal steht, ist das Herunterladen der RAW-Bilder dann in diesem Falle relativ zügig, denn wir reden hier selbst bei der S9 über Bilder mit einer Größe von ungefähr 30 MB pro Stück.
Die Bilder können dann in der Galerie bearbeitet werden, d.h. auch im RAW-Format. Hier stehen die Basisbearbeitungsmöglichkeiten wie Belichtung, Kontrast, Spitzlichter, Schatten und so weiter, als auch Sättigung, Weißabgleich und ein Entrauschen sowie ein Schärfen der Bilder zur Verfügung.
Anschließend kann das fertige Bild dann auf dem Gerät gespeichert werden oder auch geteilt werden. Dabei fiel schon auf, dass zum Beispiel das Teilen oder das Speichern immer standardmäßig auf 100 % Qualität springt, während man für das Teilen auf sozialen Medien selten eine solch hohe Qualität benötigt.
Der Vergleich
Aber bewerten wir mal die RAW-Ergebnisse. Ich habe hier bewusst ein Gegenlichtmotiv genommen, um die Optionen eines RAW-Bildes einfach einmal auszureizen und habe es sowohl in der Lumix Lab App als auch in der Lightroom-App bearbeitet. Dabei ging es jetzt nicht in erster Linie um eine saubere, farbneutrale Bearbeitung, sondern darum, dass möglichst viele Details aus dem RAW-Bild heraus zu holen.
Und hier muss man leider sagen, dass obwohl es sich ja bei den RAW-Bildern um das eigene RAW-Format handelt, schneidet Lightroom um Längen besser ab, auch wenn das fertige Bild zugegebenermaßen ein wenig wie ein HDR-Bild anmutet. Möchte man das ausnutzen beziehungsweise weitere Bearbeitungsoptionen haben, ist man da an der Stelle zum Beispiel mit der Lightroom-App ein gutes Stück besser bedient, da hier mehr zum Beispiel in den Schattenbereichen oder auch in den Spitzlichtern noch zurückgeholt werden kann.

Allerdings ist der Einstieg in die RAW-Bearbeitung der richtige Schritt und wir stehen ja jetzt mit einer Version, die das zum ersten Mal kam, sicherlich noch am Anfang. Es wird abzuwarten bleiben, welche Verbesserungen hier durch Panasonic noch angebracht werden.
Allerdings taucht dann unweigerlich die Frage auf, warum zum Beispiel gerade bei Kombination von der Lumix S9 mit der LAP-App ja als Content Creator Geschichte vermarktet worden ist, die Lumix S9 immer noch kein HEIF-Format kann. Denn das HEIF-Format wäre einfacher zu handhaben, wäre auch gerade bei der Benutzung von LUT’s einfach pragmatischer gewesen, weil natürlich viele LUT’s auf das HEIF-Format mit einem 10-Bit-Vlog-Bildstil bauen, anstatt hier vom komplett mit RAW sozusagen von vorne anzufangen. Die Lumix S1R II also auch die Lumix S1 II bieten beide die Option in HEIF, anstatt in JPEG aufzunehmen und könnten dann die Fähigkeiten der Lab-App vollständig ausnutzen. Hier wäre es wünschenswert, wenn beim nächsten Firmware-Update dies auch für die S9 passiert.
Fazit
Der Eintieg in die RAW Bearbeitung ist grundsätzlich richtig und ist für die errste Version der App im Prinzip in Ordnung. Aber im Vergleich zur Konkurrenz belient da noch viel zu tun.
ciao tuxoche
